Welle oder Teilchen
In einem Interview mit der Zeitung „DIE WELT“ äußerte Karl Popper 1987 u.a. Folgendes:
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Ich kenne mehrere Lehrer der Quantentheorie, die ihren Schülern
sagen: Versucht nicht, diese Theorie zu verstehen. Die Theorie ist unverstehbar. Ihr könnt nur lernen, wie man die Theorie anwendet,
aber verstehen könnt ihr sie nicht. Das hat meiner Meinung nach einen deprimierenden und antirationalen Einfluss gehabt. Man kann
überhaupt nicht mehr rational über diese Dinge diskutieren. Das scheint mir eine ungeheure Gefahr für die Wissenschaft zu sein.
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Diese Aussagen sind in vielerlei Hinsicht absolut bemerkenswert, sodass es schon interessant sein könnte, sich eingehender mit jener Problematik zu befassen.
Viele Dinge gelten heute als völlig geklärt; und die technische Nutzanwendung der gegebenen Formalismen scheint Fragen nach dem Ursprung der
bekannten Denkschwierigkeiten als überflüssig und sinnlos erscheinen. (Mit einigen Seiten dieser Angelegenheit hatte ich mich in meinen DPG-Beiträgen, der Jahre 1999 und 2000 auseinandergesetzt.)
Bei genauerem Hinsehen muss man erkennen, dass es sich um Probleme handelt, die ihren Ursprung finden u.a. darin, dass die in der Physik
verwendeten Begriffe völlig undefiniert - durch die Gewöhnung im Laufe der Zeit scheinbar legitimiert - verwendet werden. Als Beispiel konnte bin ich bereits auf den den Massenbegriff verweisen. Auch im Bereich der Elektrodynamik und der Quantenphysik stoßen wir auf das Problem der
undefinierten Begriffe: Hier handelt es sich z.B. um den Begriff der Welle und den des Teilchens (Massepunkt). Im folgendem Texte gehe ich
andeutungsweise auf diese Problematik ein. Auch möchte ich betonen, dass es sich dabei “lediglich” um eine Analyse handelt. Mit konkreten
physikalischen Hypothesen setze ich mich im Rahmen meiner Darlegungen - das sei wiederholt - nicht auseinander. Aus einem ganz einfachen Grund:
Ich kann keine solchen vorweisen. Nochmals: Mir geht es um die relevanten Fragestellungen und (noch) nicht um deren Beantwortung. Man
sollte wirklich nicht den zweiten Schritt vor dem ersten gehen.
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