Wissenschaft und Kritik
- Physik -

© 1998 - 2009 Wolfgang Neundorf
Stand:12.04.2009

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    Hier sind einige ergänzende Gedanken zum Titelthema Physik zu finden.

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Albert Einstein

Sie stellen es sich so vor, dass ich mit stiller Befriedigung auf ein Lebenswerk zurückschaue. Aber es ist ganz anders. Da ist kein einziger Begriff, von dem ich überzeugt wäre, dass er standhalten wird, und ich fühle mich unsicher, ob ich überhaupt auf dem rechten Wege bin. Die Zeitgenossen sehen in mir eine Art Ketzer und Reaktionär, der sich selber überlebt hat. Das hat mit Mode und Kurzsichtigkeit zu schaffen, aber das Gefühl der Unzulänglichkeit kommt von innen.
Albert Einstein


Albert Einstein
1879 - 1955

 

 

Wissenschaft und Kritik - Physik

 

Hundert Jahre moderne Physik

09.04.2000

Die Physik des 20. Jahrhunderts gilt als die moderne Physik. Es ging um eine Krisenbewältigung. In den letzten hundert Jahren hat die fundamentale Naturwissenschaft Physik eine teilweise sehr seltsame und somit sehr nachdenkenswerte Entwicklung genommen. Zum Ausgang des 19. Jahrhunderts kriselte es gewaltig, zu jener Zeit etwa, als man sich im Besitz aller grundlegenden Erkenntnisse wähnte.

Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts waren es die neuen Theorien vom Raum, von der Zeit und von der Materie sowie den atomaren und subatomaren Strukturen, die einen Weg aus der Krise zu weisen schienen. Die Jahre danach bescherten uns unter anderem die technische Nutzanwendung eben jener Erkenntnisse: von Hiroshima und Nagasaki bis Tschernobyl, vom Transistor bis zum Mikroprozessor und vom Laser bis zur Atomuhr. Nichts schien unmöglich.

Und weil die Erfolge - und auch die "Erfolge" - von Wissenschaft und Technik die Richtigkeit der Theorien offensichtlich bestätigten, kam kein Physiker auf die absurde Idee, daß möglicherweise die Physik - im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts - in eine neue Krise zu stolpern begann, die, bei Licht besehen, nur die nicht bewältigte Krise von vor hundert Jahren war. Und dies neue alte Krise manifestiert sich u.a. in der immer aufwendiger werdenden experimentellen Forschung, wobei die Ergebnisse äußerst bescheiden zu nennen sind. Das Theoriengebäude der Physik weist nach wie vor logische Ungereimtheiten auf, die bislang nicht beseitigt werden konnten. Und Aussagen über die Welt als Ganzes und die Struktur der Materie sind dermaßen spekulativ, daß man sich darüber nur wundern kann. Die aufwendige und sehr weitgehend arbeitsteilige Forschung spottet
jeglichem Einheitsbestreben. Dabei war es - und ist es immer noch - das Ziel, zu einer möglichst einheitlichen und geschlossenen Darstellung der Physik zu gelangen. Man ist der Meinung, daß alle anstehenden Probleme - und davon gibt es mehr als genug - durch entsprechende materielle und personelle Aufwendungen lösbar sind. Die Erfolge des bisher beschrittenen Weges legt diese Vermutung nahe. Nun wäre es aber möglich, daß sich dieser Glaube als falsch herausstellen könnte. Es ist durchaus denkbar, daß dieser Weg sich als Sackgasse erweist.

 

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